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Dass im Bürgerhaus von den Erwachsenen „Platt geschwadd"
wird, ist nichts Besonderes im Siegerland, sollte man
meinen. Gestern zeigten im Bürgerhaus Büschergrund aber
zwölf Kinder aus den Klassen 5 bis 9 der Hauptschule
Freudenberg, dass auch sie der Siegerländer "Hochsprache"
noch mächtig sind. Sie beteiligten sich damit am letzten
Meldetermin an der Schulentscheidung des
Mundart-Wettbewerbs, den der Heimatbund Siegen-Wittgenstein
alle zwei Jahre veranstaltet.
Mundarten geben auch der Hochsprache „Pepp". Sie sind
lebendig und bilderreich, und für den, der hinhört, sind sie
zudem lebendiges Museum der Kulturgeschichte und verleihen
einer Region ihr gewisses Etwas - wenn sie es wagen, mit der
Zeit zu gehen und nicht nur im Vergangenen kleben. Um den
Erhalt der hiesigen Dialekte in ihrer Vielfalt bemüht sich
der Heimatbund auch mit dem Mundart-Wettbewerb. Allerdings,
so wusste gestern die betreuende Lehrerin, Gertrud Schmidt,
zu berichten, halbiere sich innerhalb weniger Jahre die
Anzahl der aktiven Dialektsprecher - ein trauriger Trend,
den auch andere Regionen verzeichnen.
Diesmal, so berichtete Schmidt, nehmen kreisweit 23 Schulen
an der Ausscheidung teil, elf aus dem Siegerland und zwölf
aus Wittgenstein - mit getrennten Jurys, versteht sich. Die
Sieger der Schulwettbewerbe werden sich am 26. Juni zur
Endausscheidung in der Realschule Erndtebrück treffen. Aus
der Hauptschule Freudenberg werden daran Thomas
Saßmannshausen aus Oberholzklau (7b) und Sina Hofmann aus
Niederndorf (9a) teilnehmen.
Gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern hatten
sie sich mit vorgelesenen Dialekttexten zuvor der gestrengen
Jury gestellt, die aus Bodo Hoffmann, Lothar Zöller und
Gertrud Schmidt von der Hauptschule sowie Else Irle und
Hans- Martin Dangendorf vom Heimat- und Verschönerungsverein
Büschergrund befand. Thomas punktete mit dem Text „Dä
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Händikauf", den seine Mutter geschrieben hat. Sina war mit
„D'r arme Hanneshän- ner“ (Karl Blecher, 1928)
erfolgreich. „Et gitt noch Öwwerraschunge em Lääwe“
strahlte Getrud Schmidt, die strengstens aufs
Platt-Schwätzen im Bürgerhaus ach- tete, als die den
Siegern ihre Buchge- schenke überreichte.
Und die Kids?
Schwätzen die noch Platt? Teils, teils, lautet die fröhliche
Antwort. Im Alltag nur selten, da sei es eher ein
Mischmasch, der "dat" und "wat" und vielleicht noch "woa" ,
"schepp" und "wahne" kennt. Aber Janine erzählt, sie spreche
"manchmal mit der Oma" noch Platt. Das weiß auch Jacqueline
zu berichten,
die "mit meiner Oma noch richtig Platt" spricht, aber auch
noch mit den Eltern. Bei Anna zu Hause ist der Dialekt sogar
noch
Generationen vebindende Sprache - da sind alle dran
beteiligt, beim Abendessen oder vorm Fernsehen.
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Ganz cool hielten es übrigens Philipp und
Thomas: Die Jungs berichteten, sie sprächen viel
Platt, auch miteinander. Und warum das? Thomas
schaute ernst: „Das ist eine wichtige Tradition.
Die muss man doch weiterführen.“ Vielleicht
gelingt das den jungen Leuten ja sogar unter den
Vorzeichen der Moderne. Es lässt sich sicher
auch auf Platt gut twittern, und eine
„Sejerlänner“ SMS könnte so mancher „uswärdije“
Lehrer dann auch nicht verstehen. Ein Vorteil
mehr...
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Sina Hoffmann und Thomas Saßmannshausen (vordere Reihe) von
der Hauptschule Freudenberg gewannen beim örtlichen
Mundartwettbewerb. Gestern war letzter Meldetag auf
Schulebene.
Foto pebe
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