„Leben – lachen – sterben – trauern“ – dem Motto des Olper Kinderhospizes im Religionsunterricht praxisnah auf der Spur

Im Laufe des katholischen Unterrichts der 10ten Klassen mit dem Thema „Du sollst nicht töten!“ wurde u.a. auch die Euthanasie-Problematik („guter, leichter Tod“) aus religiös-ethischer Sicht beleuchtet. Die dabei auftauchende Frage „Selbstbestimmt und in Würde sterben?“ wurde lebhaft und engagiert diskutiert. Internetrecherchen konnten dabei erheblich helfen, die doch sehr kontroversen Standpunkte kennenzulernen und zu verarbeiten. Im Zusammenhang mit dem Stichwort „Palliativmedizin“… („Palliativmedizin ist die angemessene medizinische Versorgung von Patienten mit fortgeschrittenen, nicht heilbaren Erkrankungen. Sie sorgt für Schmerztherapie und Linderung quälender Begleiterscheinungen. Hauptziel der Behandlung ist die Erhaltung maximal möglicher Lebensqualität. Palliativmedizin ist eine eindeutige Absage an die aktive Sterbehilfe.“ (Palliativmedizin ist Bestandteil der Hospizarbeit.)
(nach: www.hospize.de/texte/glossar.htm)
…wurde dann die Idee geboren, das Kinderhozpiz (Hospiz ist ursprünglich ein in christlichem Geist geführtes Gasthaus; in diesem Sinne wird auch dieses Haus geführt: Enge Angehörige des sterbenden Kindes können hier zeitlich begrenzt in seelischer, geistiger und körperlicher Wohlfühlatmosphäre gemeinsam Zeit verbringen.) in Olpe zu besuchen, um vor Ort einen Einblick in eine solche Einrichtung zu bekommen.
Am 30. Januar 2007 fand dieser Besuch statt. Nach einer ausführlichen, sehr
fesselnden und bewegenden Darstellung der Geschichte des Hauses und der Arbeit
und Zielsetzung des Hospiz-Teams hatte die Gruppe Gelegenheit, auf einem
geführten, begleitetem Rundgang die wesentlichen Räumlichkeiten, die
gewissermaßen Stationen auf dem letzten Weg der jungen Totgeweihten darstellen,
hautnah erleben und begreifen zu können. Die ausmahlenden Worte, die vielen
Bilder an den Wänden, aber auch die jeweils unterschiedlichen Ausstattungen der
Räume (hier beeindruckte besonders auch der Snoezel-Raum, siehe Bilder oder auch
im Internet unter:
www.kinderhospiz-balthasar.de) ließen
erahnen, wie sinnvoll und hilfreich diese Einrichtung für die betroffenen Kinder
und deren Familien ist. Damit das alles lange erhalten bleibt und möglichst
viele weitere, dem Tod geweihte Kinder hier Zuflucht, Hilfe, Trost und auch
Freude finden können, haben die Schülerinnen und Schüler der Religionsgruppe in
der schulischen Vorbereitungsphase spontan in ihrer Schule zu einer
Spendenaktion aufgerufen. Dabei kam eine beträchtliche Summe zusammen, die dann
durch das Kollegium und Zugabe der SV (Schülervertretung) auf 300 Euro
aufgerundet wurde. Dieser Betrag wurde dann vor Ort als Zeichen der Solidarität
symbolisch im „Sterbe- bzw. Abschiedszimmer“ vor dem Hintergrund des Hl.
Balthasar (Namenspatron des Hospizes) übergeben.
Dieser Besuch hat bei der Schülergruppe sichtlich vielfältige, nachhaltige und bewegende Eindrücke hinterlassen, die in einer gemeinsamen Nachbesprechung sicherlich noch vertieft und aufgearbeitet werden müssen.
Eins jedoch ist allen deutlich geworden: „Leben – lachen – sterben – trauern“ bilden in diesem Haus eine wohltuende Einheit und schließen einander nicht aus. Ein Besuch im Kinderhospiz Balthasar ermöglicht auch Außenstehenden, sich mit dem Thema "Tod" positiv auseinanderzusetzen. Diese Kinder haben es vorgelebt.
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